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FineCore Precision

Zylindrizität

Die schärfste Formangabe der Norm — und oft das teuerste Merkmal einer Zeichnung in der Prüfung.

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FormtoleranzenOhne BezugGilt für eine Fläche

Was begrenzt wird

Die Zylindrizität begrenzt, wie weit eine gesamte Zylinderfläche von einem idealen Zylinder abweichen darf. Sie beurteilt die ganze Fläche auf einmal statt Schnitt für Schnitt.

Damit sind es drei Angaben in einer: Rundheit in jedem Querschnitt, Geradheit über die Länge und Freiheit von Konizität, alle auf denselben einzelnen Wert begrenzt.

Die Toleranzzone

Der Raum zwischen zwei koaxialen Zylindern mit einem festgelegten radialen Abstand. Die gesamte Fläche muss dazwischen liegen.

In 3D ausprobieren

Die interaktive 3D-Ansicht benötigt WebGL. Die Toleranzzone ist oben vollständig beschrieben.

Zonenbreite0,05 mm
Gemessen0,034 mm

Innerhalb der Toleranz

Ziehen Sie, um die Abweichung zu übertreiben. Das Teil ist stark überhöht dargestellt, damit die Zone sichtbar bleibt.

Die Angabe lesen

Die gesamte Zylinderfläche muss zwischen zwei koaxialen Zylindern mit 0,05 mm radialem Abstand liegen.

Wann sie sinnvoll ist

  • Eine Hydraulikbohrung oder ein Kolben, an dem eine Dichtung die volle Länge der Fläche durchläuft.
  • Ein Presssitz, der die Last über die Einpresslänge gleichmäßig tragen soll.
  • Eine Führungssäule oder Buchse im Formen- oder Werkzeugsatz, deren Passung sich über den ganzen Hub gleich anfühlen soll.

Wie gemessen wird

  • Ein Rundheitsmessgerät mit Vertikalachse, das mehrere Spuren über die Länge aufnimmt und sie auf eine gemeinsame Achse einpasst.
  • Ein schraubenförmiger oder mehrschnittiger Scan auf dem Koordinatenmessgerät, wobei die Software den kleinsten Abstand zweier koaxialer Zylinder einpasst.
  • Ein bekannter Lehrring oder Lehrdorn als Hüllprüfung, sobald das Erstmuster ordentlich geprüft ist — wobei eine solche Lehre eine Grenze prüft und nicht die Zylindrizität, ein innerhalb dieser Grenze mehrkantiges oder kegeliges Teil also durchgeht.

Richtig angewendet

  • Halten Sie die Zylindrizität für Flächen bereit, die sie wirklich brauchen, denn ihre saubere Prüfung erfordert Drehmesstechnik und Zeit, die eine Durchmesserprüfung nicht braucht.
  • Ziehen Sie den Gesamtrundlauf in Betracht, wo bereits eine Bezugsachse besteht — er ist deutlich schneller gemessen und trifft die funktionale Anforderung oft besser.
  • Nennen Sie den Wert im Bewusstsein der Länge, über die er gilt, denn wenige Mikrometer über 20 mm und über 200 mm sind verschiedene Aufgaben.

Häufige Fragen

Zylindrizität oder Gesamtrundlauf — was gehört auf die Zeichnung?

Die Zylindrizität ist eine Formangabe und kommt ohne Bezug aus: Sie fragt, ob die Fläche für sich ein guter Zylinder ist. Der Gesamtrundlauf wird gegen eine Bezugsachse gemessen und fragt, ob die Fläche zu dieser Achse rund läuft. Dreht sich das Teil im Einsatz, trifft der Gesamtrundlauf die Anforderung meist besser und ist schneller geprüft. Muss die Fläche unabhängig davon ein guter Zylinder sein, ist die Zylindrizität die ehrliche Angabe.

Braucht die Zylindrizität einen Bezug?

Nein. Wie alle Formtoleranzen wird sie am Element für sich beurteilt, wobei das Teil während der Messung beliebig ausgerichtet sein darf.

Ersetzt die Zylindrizität Rundheit und Geradheit?

Ja, beim gleichen Wert. Eine Fläche innerhalb einer Zylindrizitätszone von 0,05 mm liegt automatisch innerhalb einer Rundheitszone von 0,05 mm und einer Geradheitszone von 0,05 mm. Alle drei mit demselben Wert einzutragen bringt nichts. Eine engere Rundheit als Zylindrizität ist dagegen sinnvoll und eine verbreitete Art, gute Rundheit zu fordern und etwas Konizität zuzulassen.

Warum ist die Zylindrizität in der Prüfung teuer?

Weil sie sich aus einer Handvoll Durchmessermessungen nicht ablesen lässt. Es braucht genug Punkte der Fläche um eine sauber ermittelte Achse, um zwei koaxiale Zylinder an die Daten einzupassen — in der Praxis also ein Rundheitsmessgerät mit Vertikalachse oder einen Scan auf dem Koordinatenmessgerät und die Zeit dafür. Wo die Toleranz es zulässt, ist ein so geprüftes Erstmuster mit anschließend einfacheren Serienprüfungen der übliche Kompromiss.

Diese Seiten erläutern die veröffentlichten Normen als Nachschlagewerk und beschreiben die darin definierten Toleranzzonen. Die gezeigten Werte dienen der Veranschaulichung. Was ein konkretes Teil einhalten kann, hängt von Geometrie, Werkstoff und Verfahren ab und wird je Zeichnung vereinbart.