Härteumrechner
Einen gemessenen Härtewert eingeben und alle übrigen Skalen daneben lesen — aus den Umrechnungstabellen der ASTM E140.
ASTM E140 · Umrechnung
Ein Messwert, alle Skalen daneben.
Werkstoffgruppe und Skala wählen, den gemessenen Wert eintragen — die übrigen Skalen kommen aus den Tabellen der ASTM E140, mit dem ungefähr-Zeichen davor, weil sie es sind.
Kohlenstoff-, Legierungs- und Werkzeugstähle — gehärtet, vergütet oder weichgeglüht. ASTM E140 führt für diese Gruppe zwei Tabellen, eine über den Rockwell-C- und eine über den Rockwell-B-Bereich; beide stehen hinter diesem Rechner.
Rockwell C — Die Skala, in der gehärteter Werkzeugstahl auf der Zeichnung steht — schnell zu messen, direkt am Gerät abzulesen.
Tabelliert von 20 bis 68.
HVVickers
≈ 653
Umgerechnet
HBWBrinell
≈ 615
Umgerechnet
HRCRockwell C
58
Gemessen
HRBRockwell B
Für diesen Messbereich nicht tabelliert — die Skala reicht nicht so weit.
HRARockwell A
≈ 80,1
Umgerechnet
HKKnoop
≈ 690
Umgerechnet
RmZugfestigkeit
≈ 2.330MPa
Umgerechnet
Bis auf den eingegebenen ist jeder Wert hier eine Näherung. ASTM E140 sagt das selbst: die Tabellen sind an bestimmten Werkstoffgruppen gemessen und nicht aus einer Formel abgeleitet. Eine Umrechnung ersetzt keine Messung auf der Skala, die die Zeichnung verlangt.
Quelle: ASTM E140
ASTM E140 gibt die Zugfestigkeit in ksi an und bricht die Spalte bei 59 HRC ab — darüber trägt gehärteter Stahl keine brauchbare Korrelation mehr. Hier steht sie in Megapascal, auf 10 gerundet. ISO 18265 führt dieselbe Beziehung direkt in Megapascal und kommt dabei auf leicht andere Zahlen.
Was Härte misst — und warum es mehrere Skalen gibt
Härte ist keine Werkstoffkonstante wie die Dichte, sondern das Ergebnis eines Versuchs: ein definierter Eindringkörper wird mit einer definierten Kraft in die Oberfläche gedrückt, und gemessen wird, was er hinterlässt. Aus dieser Messung entsteht eine Zahl — mehr Widerstand gegen den Eindruck, höhere Zahl.
Weil Eindringkörper und Kraft in jedem Verfahren andere sind, ist auch die Zahl eine andere. Vickers und Brinell rechnen die Kraft auf die Fläche des bleibenden Eindrucks um und liefern deshalb einen Druck; Rockwell misst stattdessen die bleibende Eindringtiefe und liest sie auf einer willkürlich gewählten Skala ab. Die drei messen dieselbe Eigenschaft, aber sie messen sie nicht gleich — und deshalb lässt sich zwischen ihnen nur umrechnen, nicht umformen.
Vickers, Brinell, Rockwell: drei Verfahren, drei Antworten
Vickers drückt eine Diamantpyramide mit 136 Grad Flächenwinkel ein und misst die Diagonalen des Eindrucks. Weil der Eindruck geometrisch immer gleich aussieht, egal wie groß die Last war, ergibt Vickers über den ganzen Bereich vom weichgeglühten Block bis zur Nitrierschicht eine einzige durchgehende Zahlenreihe. Das macht es zur Skala für alles Dünne und alles Kleine.
Brinell drückt eine Hartmetallkugel von zehn Millimetern mit dreitausend Kilopond ein. Der Eindruck ist groß, also mittelt er über Seigerungen und grobes Gefüge hinweg — ideal für Rohteile, unbrauchbar für eine gehärtete Randschicht, und oberhalb von 650 gibt die Kugel selbst nach.
Rockwell misst keine Fläche, sondern die Tiefe, die nach Entlastung bleibt. Das geht schnell, braucht keine Optik und lässt sich in der Werkstatt am Gerät ablesen — der Grund, warum gehärteter Werkzeugstahl praktisch immer in HRC auf der Zeichnung steht. Der Preis dafür ist, dass jede Rockwell-Skala nur in ihrem eigenen Fenster gilt: unterhalb von 20 HRC verliert die C-Skala ihre Auflösung, oberhalb von 100 HRB ist die B-Skala am Ende.
Die Verfahren nebeneinander
Eindringkörper, Prüfkraft und Einsatzbereich der vier Verfahren, deren Skalen dieser Rechner ineinander überführt. Die Schnitte zeigen den Eindringkörper im Werkstück, nicht maßstäblich.
| Verfahren | Eindringkörper | Prüfkraft | Wofür |
|---|---|---|---|
| VickersHV | Diamantpyramide, quadratische Grundfläche, 136 Grad Flächenwinkel | F = 1 – 100 kgf | Eine durchgehende Skala über den ganzen Bereich. Kleine Lasten machen sie zur Wahl für dünne Wände, Randschichten und Schliffbilder. |
| BrinellHBW 10/3000 | Hartmetallkugel, 10 Millimeter Durchmesser | F = 3000 kgf | Großer Eindruck, mittelt über grobes Gefüge. Rohteile, Guss, weichgeglühte Blöcke — nicht für gehärtete Oberflächen. |
| Rockwell C und AHRC · HRA | Diamantkegel, 120 Grad Spitzenwinkel, verrundete Spitze | F = 150 kgf · 60 kgf | Die Werkstattskala für gehärteten Stahl. Die A-Skala mit kleinerer Last reicht darüber hinaus bis ins Hartmetall. |
| Rockwell BHRB | Kugel, 1,5875 Millimeter Durchmesser | F = 100 kgf | Der weiche Bereich unterhalb der C-Skala: Stahl im Lieferzustand, unlegierter Stahl, Buntmetall. |
| KnoopHK | Langgestreckte Diamantpyramide, Diagonalen im Verhältnis 7 zu 1 | F = 10 gf – 1 kgf | Sehr flacher Eindruck bei kleiner Last — für dünne Schichten, spröde Werkstoffe und Härteverläufe im Schliff. |
Warum jede Umrechnung eine Näherung bleibt
Eine Umrechnungstabelle ist kein Rechenweg, sondern ein Messprotokoll. ASTM E140 entstand, indem an realen Proben nacheinander mit mehreren Verfahren gemessen und der Zusammenhang aufgeschrieben wurde. Damit gilt die Tabelle exakt für die Werkstoffgruppe, an der sie gewonnen wurde — und für keine andere.
Was die Zahlen auseinandertreibt, ist die Verfestigung: wie stark sich ein Werkstoff unter dem Eindringkörper selbst verfestigt, hängt an Gefüge und Vorgeschichte. Austenitischer Edelstahl tut das ausgeprägt, vergüteter Werkzeugstahl kaum. Genau deshalb führt die Norm für austenitischen Stahl, Aluminium und Messing eigene Tabellen — und deshalb weist dieser Rechner sie hier aus, statt still die Stahlwerte auszugeben.
Rechnen Sie deshalb nie über zwei Stufen: eine in HRC gemessene Zahl über Vickers nach Brinell zu tragen, häuft zweimal denselben Fehler auf. Und wenn eine Abnahme an der Zahl hängt, gehört gemessen, was die Zeichnung fordert.
ASTM E140 und ISO 18265
Beide Normen tun dasselbe und sind nicht identisch. ASTM E140 ist die ältere und in der Werkzeugwelt am weitesten verbreitete Sammlung; sie führt getrennte Tabellen je Werkstoffgruppe und gibt die Zugfestigkeit in ksi an. ISO 18265 deckt dasselbe Feld metrisch ab und tabelliert die Zugfestigkeit direkt in Megapascal.
Wo beide dieselbe Härte abbilden, liegen die Härtewerte eng beieinander; die abgeleitete Zugfestigkeit weicht dagegen um einige Prozent voneinander ab, weil die zugrunde liegenden Zugversuche andere waren. Dieser Rechner arbeitet mit den Tabellen der ASTM E140 und sagt es an jeder Stelle, an der die beiden Normen auseinanderlaufen. Verlangt eine Abnahmevorschrift ausdrücklich ISO 18265, ist deren Tabelle die maßgebliche.
Randschicht oder Kern: eine Zahl allein sagt es nicht
Bei einem nitrierten oder beschichteten Teil sind Oberfläche und Kern zwei verschiedene Werkstoffe. Eine Nitrierschicht erreicht rund tausend bis zwölfhundert Vickers, der vergütete Kern darunter bleibt bei rund fünfhundert — dieselbe Komponente, zwei Zahlen, die nichts miteinander zu tun haben.
Für PVD-Schichten wird der Abstand noch größer: TiN, TiAlN und DLC liegen weit oberhalb von allem, was ASTM E140 überhaupt tabelliert, und sie sind nur wenige Tausendstel Millimeter dick. Wer sie mit der Last eines Rockwell-C-Versuchs misst, misst den Grundwerkstoff durch die Schicht hindurch. Deshalb steht hinter Schichthärten fast immer ein Vickers- oder Knoop-Wert mit kleiner Last — und deshalb endet die Härteleiter oben in einem Bereich, in den keine Umrechnung mehr führt.
Auf der Zeichnung gehört daher beides hin: welcher Wert gilt, und wo er gemessen wird. Die Beschichtungen auf der Werkstoffseite tragen ihre Härteangaben aus genau diesem Grund einzeln.
Wie Härte auf der Zeichnung steht
Die übliche Form ist Zahl, Toleranz, Skala — etwa 58 ± 2 HRC. Das Toleranzband gehört dazu: eine Härteangabe ohne Grenzen ist keine Vorgabe, sondern ein Wunsch, und zwei Punkte HRC sind der Spielraum, den eine ordentliche Wärmebehandlung realistisch einhält.
Bei Randschichten kommen zwei Angaben hinzu, ohne die die erste nicht prüfbar ist: die Prüfkraft und die Stelle. Eine Nitrierhärte wird als Oberflächenhärte mit ausdrücklich genannter Last angegeben, oft ergänzt um die Nitrierhärtetiefe; eine Einsatzhärte braucht zusätzlich die Kernhärte, weil sonst offenbleibt, was das Bauteil im Betrieb trägt.
Und die Skala selbst ist Teil der Vorgabe. Steht auf der Zeichnung HRC, ist eine in HV gemessene und umgerechnete Zahl kein Nachweis — sie ist ein Hinweis darauf, dass wahrscheinlich alles stimmt.
Welche Skala gehört in die Zeichnung?
Für gehärteten Werkzeugstahl in Vollmaterial ist HRC die naheliegende Wahl: schnell zu messen, in jeder Härterei vorhanden, und der Bereich von 20 bis 68 deckt alles ab, was zwischen vergütet und durchgehärtet liegt. Für Stahl im Lieferzustand — weichgeglüht, um überhaupt zerspanbar zu sein — reicht die C-Skala nicht mehr hinunter; dort steht HBW oder HRB.
Sobald die Wand dünn, die Fläche klein oder die interessierende Schicht nur ein paar Hundertstel Millimeter tief ist, führt der Weg über Vickers oder Knoop, weil sich die Prüfkraft dort frei wählen lässt. Und für Hartmetall, das oberhalb der Rockwell-C-Skala liegt, ist HRA die übliche Angabe.
Ein Hinweis, der in der Praxis mehr spart als jede Umrechnung: dieselbe Skala für Vorgabe, Fertigungsprüfung und Wareneingang zu wählen. Drei Skalen an einem Bauteil erzeugen drei Zahlen, die alle richtig sind und trotzdem nicht zusammenpassen.
Werkzeugstähle: Lieferzustand und gehärtet
Dieselben Güten, die die Werkstoffseite auflistet, in den beiden Zuständen, in denen sie durch eine Fertigung laufen: weichgeglüht angeliefert und zerspant, danach gehärtet und angelassen. Richtwerte aus den Werkstoffdatenblättern.
| Werkstoff | Lieferzustand | Gehärtet | Typisch für |
|---|---|---|---|
| 1.2379 | ≈ 250 HBW | 58 – 62 HRC | Schnittstempel, Matrizen, Kaltarbeit |
| 1.2343 / 1.2344 | ≈ 229 HBW | 48 – 52 HRC | Spritzgießformen, Kerne, Warmarbeit |
| 1.2842 | ≈ 229 HBW | 60 – 63 HRC | Lehren, Schneidwerkzeuge, Führungen |
| 1.2767 | ≈ 285 HBW | 50 – 54 HRC | Große Formplatten, zähe Kaltarbeit |
| 1.3343 | ≈ 269 HBW | 63 – 65 HRC | Stempel, Fräser, hohe Standzeit |
Der weichgeglühte Zustand ist der, in dem ein Block überhaupt zerspanbar ist; die zweite Spalte ist das Ziel der Wärmebehandlung danach. Zwischen beiden liegt der Verzug, den die Zeichnung mit ihren Aufmaßen einplant — welcher Wert für ein konkretes Bauteil gilt, entscheidet die Zeichnung, nicht diese Tabelle.
Verfügbare Rechner
Wir lesen die Zeichnung, bevor wir über Preise sprechen. Diese Rechner sind dieselbe Sprache, offen zugänglich.
ISO-286-Passungsrechner
Grenzabmaße, Höchst- und Mindestmaß und die entstehende Passung für jede Kombination aus Nennmaß, Grundabmaß und Toleranzgrad.
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Rauheitsumrechner Ra – Rz – N
Ra, Rz, Rq und die N-Klassen ineinander, in Mikrometer und Mikrozoll — mit den Formoberflächen nach SPI und VDI 3400 auf derselben Skala.
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ISO-2768-Allgemeintoleranzen
Welche Toleranz für ein Maß ohne eigene Angabe gilt — Längen, Kanten, Winkel, Form und Lage, in allen sieben Toleranzklassen.
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Diese Rechner geben die veröffentlichten Werte der jeweils genannten Norm wieder und dienen der Orientierung, während eine Zeichnung entsteht. Sie sagen nichts darüber aus, welche Toleranzen ein Fertigungspartner tatsächlich einhält — das gehört ins Angebot und in den Prüfplan, nicht in eine Tabelle.
